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Aus dem Leben eines jungen Ingenieurs

Alessandro Sarich ist 26 und hat elektromechanisches Ingenieurwesen mit Schwerpunkt Energie studiert. Seit kurzem arbeitet er für Electrabel, einer der führenden Energiedienstleister in Benelux. Wir haben Alessandro einige Fragen zu seiner Berufswahl gestellt.


StepStone: Woran arbeiten Sie gerade?
Alessandro: “Ich nehme für ein ganzes Jahr am Traineeprogramm Nukleartechnik von Electrabel teil. Dabei wird eine theoretische Ausbildung mit praktischer Feldarbeit kombiniert. Für einen jungen Ingenieur wie mich ist das eine große Chance:  ein Allrounder im nuklearen Sektor werden und gleichzeitig ein Netzwerk an Kontakten innerhalb der Firma aufzubauen. Im Moment arbeite ich gerade an einem Post-Fukushima Projekt das vom Weltverband der Kernkraftwerksbetreiber empfohlen wurde. Meine Aufgabe ist es, zu erforschen, wie viel Zeit uns bei einem Unfall zum Reagieren bleibt, bevor das Wasser in den verschiedenen Becken zu sieden beginnt. Davon abgesehen verbringe ich etwa eine Woche im Monat in verschiedenen Trainingskursen in Belgien oder Frankreich."

StepStone: Wir nehmen an, dass Sie bereits von einigen Unternehmen Jobangebote bekommen haben. Warum haben Sie sich für Electrabel entschieden?

Alessandro: “Während des letzten Studienjahres beschäftigt man sich bereits mit der Jobsuche und beginnt sich Gedanken zu machen, welche Unternehmen einen guten Ruf genießen. Man bekommt sehr schnell einen Überblick darüber, in welchen Unternehmen man gerne arbeiten möchte. Viele technische Consulting Unternehmen kommen auf junge Ingenieure zu, weil sie wissen, dass sie sich oft nicht sicher sind, in welchem Bereich Sie gerne arbeiten würden.
Bei mir war das anders. Ich wusste bereits, dass ich gerne in der Energieproduktion arbeiten möchte. Ich kannte das Traineeprogramm bereits einige Jahre vor meinem Studienabschluss, wusste dass mein Arbeitgeber alle für mich wichtigen Faktoren bieten kann und war glücklich darüber schlussendlich für das Traineeprogramm ausgewählt worden zu sein.“

StepStone: Gibt es viele offene Jobpositionen die auf Ihr Profil passen?
Alessandro: “Ja ich finde viele passende Jobpositionen. Und das trotz der Wirtschaftskrise, die offensichtlich nur einen kleinen Einfluss auf die Nachfrage nach Ingenieuren hatte. Für einen technischen Ingenieur ist es relativ einfach, ausgeschriebene Jobs zu finden, die auf Ausbildung und persönliche Wünsche passen."

StepStone: Welche Faktoren sind für die bei der Wahl Ihres Arbeitgebers ausschlaggebend?
Alessandro: “Ich würde sagen, das wichtigste bei der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers ist für mich der ausgeschriebene Job an sich. Ein herausforderndes und interessantes Aufgabengebiet ist das Um und Auf. Langweilige oder sich wiederholende Aufgaben würden einen Ingenieur schnell frustrieren. Der Arbeitgeber sollte einen Ingenieur herausfordern können und ihm gleichzeitig auch Verantwortung übertragen.
Außerdem sind für mich auch Aufstiegschancen innerhalb des Unternehmens sehr wichtig. Manche bevorzugen es, technische Experten zu bleiben, aber viele würden sich gerne in Richtung einer Managerposition weiterentwickeln. Daher glaube ich, dass eine internationale Unternehmensgruppe auch Vorteile mit sich bringt, vor allem wenn man mal im Ausland arbeiten möchte.
Ein anderer nicht unwichtiger Faktor ist das Mitarbeiterpackage an sich. Nicht nur das monatliche Gehalt sondern auch andere Begünstigungen sind wichtig: Firmenauto, Tankkarte, Urlaubstage, Bonus, Firmenhandy…ein junger Ingenieur ist aber sicherlich auch bereit ein kleineres Vorteilspackage zu akzeptieren, wenn er weiß, dass er sich in diesem Unternehmen schnell weiterentwickeln kann.
Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten haben einen Einfluss auf die Wahl des Arbeitgebers. Viele junge Ingenieure wie ich brauchen Trainingskurse in Management, Soft Skills oder neuen Sprachen. Andere sind vielleicht auch interessiert daran weitere technische Seminare zu besuchen.“

StepStone: Welchen Rat würden Sie Unternehmen geben, die auf der Suche nach guten Ingenieuren sind?
Alessandro: “Das Jobprofil und die damit verbundenen Aufgaben und Verantwortungsbereiche sollten klar definiert sein. Und am besten bereits vor der letzten Interviewrunde kommuniziert werden. Das kann Ingenieure motivieren.”

StepStone: Was sind die wichtigsten Informationen im Lebenslauf eines Ingenieurs?
Alessandro: “Für jemanden wie mich – ohne Berufserfahrung – ist der wichtigste Teil des Lebenslaufes das Thema und die Benotung des Master Studiums. Sprachkenntnisse und mögliche Traineeships können den gewissen Vorteil bringen. Achja…und mein Lebenslauf passt auf eine A4 Seite. Diesen Tipp von einem Bekannten würde ich auf jeden Fall weitergeben.“

StepStone: Was macht Ihren Job interessant?
Alessandro: “Dieses Traineeprogramm ist der perfekte Übergang zwischen Studium und Vollzeitbeschäftigung. Ich kann mein Wissen in den verschiedenen Seminaren noch erweitern und gleichzeitig an zwei unterschiedlichen Projekten in unterschiedlichen Unternehmensabteilungen mitarbeiten."

StepStone: Wo sehen Sie sich in 2 bis 3 Jahren?
Alessandro: “Obwohl ich gerne im Management arbeiten würde, bin ich mir bewusst, dass ich als technischer Ingenieur zuerst technische Projekte operativ abschließen muss und so meine Position im Unternehmen festige. Im nächsten Jahr plane ich die Teilnahme an einem Managementkurs, der mir dabei helfen soll schneller mein Ziel im Unternehmen zu erreichen."

StepStone: Was ist ein Kündigungsgrund für Sie?
Alessandro: “Aufgabengebiete und Verantwortungsbereiche die mich nicht fordern oder zu einer alltäglichen Routine werden.”

StepStone: Würden Sie einen Job im Ausland annehmen?
Alessandro: “Natürlich. Es ist auf jeden Fall sehr verlockend die ersten Jahre seiner Karriere im Ausland zu verbringen. Dabei ist es für die Erfahrung und den Lebenslauf von großer Bedeutung. Auch die persönliche Entwicklung wird dabei gefördert und man kann auf diese Weise seine Motivation und seinen Ehrgeiz ausdrücken."

StepStone: Würden Sie einen Job annehmen, der auf der einen Seite viel Risiko aber auch große Verdienstmöglichkeiten bietet?
Alessandro: “Ja würde ich. Wenn man jung ist, hat man nicht viele Verpflichtungen. Ich glaube es ist der beste Moment um einen Job mit großem Risiko oder Arbeitspensum anzunehmen."

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